Geschichte der Askö Schwertberg 1946 – 1986. Die ersten 40 Jahre
Mittwoch, Januar 3rd, 2007Historie, Teil 1
Es begann mit einem Lederfußball
Es begann mit einem Lederfußball, den man im Herbst 1945 dem Schumachermeister Kroboth zur Reperatur brachte und den sein Sohn Hans flickte. Dieser wollte das Relikt aus der Vorkriegszeit mit seinem Freund Wolfshofer Toni natürlich auch ausprobieren. Sie luden Freunde ein und schon wurde auf der ehemaligen Reschwiese, dem heutigen Betriebsgelände der Firma Engel, gekickt. Die Gruppe der fußballbegeisterten Schwertberger erhielt laufend Zugang.
Die Schwertberger Fußballer der damlagigen Zeit waren neben Kroboth Hans und Wolfshofer Toni u. a. noch Lampl Alfred, Wittberger Johann, die Gebrüder Erlinger, Brückler Konrad, Hödlmayr Hans, Trauner Rudolf, Grasserbauer Bert, Wögerer Hans und Kirchschläger Franz. Dazu kamen Spieler aus Ried/Riedmark wie Hruza Hans, Endres Hans, Blineder Josef, Ragginer Willi, Resch Ferdinand und Brandtner Fritz.
Man musste sich organisieren
Da jede Gruppenbildung sowohl der Besatzungsmacht als auch den österreichischen Behörden gemeldet werden musste, begab sich schließlich Kroboth Hans in die russische Kommandatur und dann zur Bezirkshauptmannschaft, wo er die Spieler als “sozialistische Sportgruppe” anmeldete. Als mitverantwortlich zeichneten Küllinger Fred, Schauberger Willi und Luger Karl.
Vereinsgründung im März 1946
Schließlich kam es im März 1946 im Gasthaus Reisinger zur Vereinsgründung. Am 12.4.1946 wurde der Verein dann unter dem Namen “Arbeiter Turn- und Sportverein Schwertberg” (ATSV) der Sicherheitsdirektion für das Mühlviertel gemeldet und auch genehmigt. Als verantwortlicher Obmann zeichnete Luger Karl, als Schriftführer Küllinger Fred und als Sektionsleiter der Sparte Fußball Kroboth Hans.
Die erste Sportanlage
Ein Sportverein ohne eigene Sportanlage konnte aber seinen Zweck nicht erfüllen und so begab sich die Vereinsleitung auf die Suche nache einem geeigneten Platz, der in Form eines landwirtschaftlich genutzten Grundstückes an der Südseite des Bahndammes der Donauuferbahn Richtung Mauthausen gefunden wurde.
War es am Mittwoch noch Acker, wurde das Spielfeld schon am Sonntag, den 8. September 1946 feierlich eröffnet. Unter klingendem Spiel der Kamig-Kapelle zogen Sportler und Anhänger auf die neue Sportanlage. Ein Fackelzug, Sackhüpfen, Völkerballspiel der Damen und Fußballspiele rundeten das Programm der Feierlichkeiten ab. Die Eröffnungsansprache hielt der damalige Vizebürgermeiste von Linz und Landesvorsitzender der ASKÖ Albin Gebhart.
Ein Verein braucht Geld
In der Zeit nach dem Krieg war es schwer, den Sportbetrieb aufrechtzuerhalten, zumal es vor allem an Geld, Sportgeräten aber auch an Transportmöglichkeiten fehlte. Obmann Karl Fleischer wusste sich aber zu helfen und setzte daher viele Aktivitäten, die zur notwendigen Geldbeschaffung dienten. So wurde ein Blumenkorso durchgeführt un das erste Parkfest abgehalten. Der ATSV Schwertberg wurde im Laufe der folgenden Jahre zunehmend ein Sammelbecken für alle sporttreibenden SchwertbergerInnen. Außer Fußball wurde noch Tischtennis und Faustball gespielt.
Ein neuer Sportplatz musste her
Auf dauerndes Drängen von Obmann Fleischer, nach langem Suchen und mit Hilfe und finanzieller Unterstützung der Marktgemeinde, des Dachverbandes und des Fußballverbandes konnte im Jahre 1960 ein Grundstück (das heutige Sportplatzgelände) erworben werden. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit – das Grundstück bestand teilweise aus dem alten Aistflussbett – waren aber große Erdbewegungen notwendig, um eine ebene Spielfläche zu schaffen. Auch ein Kabinentrakt und eine Platzwartwohnungn wurden errichtet. Die feierliche Platzeröffnung fand am 15.6.1962 statt, bei der Pfarrer Landl die Sportanlage einweihte.
Sportliche Erfolge der Askö Schwertberg
Die 60er: Anfang der Sechziger stellten sich auch die ersten sportlichen Erfolge ein. Obwohl die Schwertberger Fußballer von Beginn an zu den führenden Mannschaften des Mühlviertels zählten, reichte es erst 1960 ganz zur Spitze. Die Meisterschaft der Gruppe Unteres Mühlviertel wurde gewonnen.
Die 70er: In den Siebzigerjahren war es vor allem das Bestreben von Willibald Falkner, der als Fußballsektionsleiter, Obmann-Stellvertreter und ab 1975 als Obmann fungierte, die Fußaller zu einer Leistungssteigerung zu veranlassen. Er legte dabei sein Hauptaugenmerk auf den Nachwuchs – mit Erfolg. Eine junge, durch eineige routinierte Spieler verstärkte Mannschaft wurde 1974 ungeschlagen Meisgter der 2. Klasse Ost und in einem begeisternden Durchmarsch ein Jahr später Meister in der 1. Klasse Nord. Groß in den Medien war der Verein 1978, als Karl Großsteiner die OÖ Kicker-Wahl gewann.
Die 80er: “Seine” Fußballer bereiteten Obmann Willibald Falkner mit dem Meistertitel in der Bezirksliga 1985 ein schönes Abschiedsgeschenk.
Pünktlich zu seinem Abgang im Jubiläumsjahr 1986 spielten unsere Fußballer erstmals in der zweithöchsten Spielklasse Oberösterreichs. Als “Belohnung” wurde der regierende österreichische Fußballmeister Austria Wien mit all seinen damaligen Stars (z.B Herbert Prohaska, Tibor Nylasi, Hans Dihanich) und den junden Wilden (z.B. Toni Polster, Toni Pfeffer) zu einem Freundschaftsspiel eingeladen. Fünf Jahre später wurde Willibald Falkner zum Ehrenobmann ernannt und steht noch heute dem Verein mit Rat und Tat zur Seite.


